Auf Niederländisch heißt es Het gele huis. Es ist ein Gemälde des berühmten postimpressionistischen Künstlers aus dem Jahr 1888 mit Öl auf Leinwand. Das Gemälde ist derzeit im Van Gogh Museum in Amsterdam, Niederlande, ausgestellt. Das Gemälde ist nicht so bekannt wie einige Gemälde von Vincent Van Gogh aus derselben Zeit. Das Gelbe Haus ist eigentlich der rechte Flügel eines Hauses am Place Lamartine, Arles, Frankreich. Vincent Van Gogh mietete im Mai 1888 vier Räume in dem Gebäude. Darunter zwei große Räume, die als Werkstatt dienten, eine Küche sowie zwei kleinere Räume, die direkt auf die Place Lamartine blickten. Paul Gauguin hielt sich zur gleichen Zeit im Oktober 1888 für neun Wochen in einem der Zimmer auf.

Neben dem Gelben Haus enthält das Gemälde ein kleineres rosafarbenes Gebäude auf der linken Seite. Hier soll Vincent Van Gogh seine Mahlzeiten eingenommen haben, als er die Zimmer im Gelben Haus gemietet hatte. Dies war ein Restaurant, das von Witwe Venissac geführt wurde. Witwe Venissac war auch Van Goghs Vermieterin. Sie besaß auch mehrere andere Gebäude in der Straße, die in Van Goghs Werk abgebildet sind.

Auf der rechten Seite des Gemäldes sehen Sie die Avenue Montmajour, die zu den beiden Eisenbahnbrücken führt. Eine der Linien diente als Verbindung nach Lunel. Lunel liegt am gegenüberliegenden Ufer der Rhone. Die zweite Linie wurde von der Eisenbahngesellschaft Paris Lyon Mediterranee betrieben. Das Gemälde zeigt auch den Bürgersteig, der um die Gärten am Place Maritime herumführt. Bezeichnenderweise können Sie auch eine Gasleitung sehen, die es Vincent Van Gogh ermöglichte, eine Gaslampe in seinem Atelier installieren zu lassen.

Van Gogh vollendete das Gemälde im September 1888 und schickte eine Skizze des Werks an Theo, seinen Bruder. In dem Brief spricht Van Gogh von den Farben der Gebäude, die er auf dem Gemälde vor dem kobaltblauen Himmel darstellen wollte. Farbe war für Van Gogh extrem wichtig. Leider existiert das Haus, das das Hauptmotiv von Van Goghs Gemälde war, nicht mehr. Die Straße wurde im Zweiten Weltkrieg schwer bombardiert und musste abgerissen werden. Aber auch ohne das Haus sieht der Rest der Straße auf dem Gemälde gleich aus. Ein Plakat bleibt an Ort und Stelle und erinnert Passanten an die frühere Bedeutung der gelben Häuser.